Über uns
Über uns heute
Die gute, alte „Rheinpfalz“ steht immer noch in Schwabing, wo sie im Stadtarchiv schon in den 1920ern erwähnt wird. Kurz vor der Schließung hat sich Mitte 2024 hat doch noch eine Handvoll Idealisten gefunden, das sogenannte „Rheinpfalz-Team“; dieses hat sich diesem „Kleinod der Schwabinger Kleinkunst- und Kneipenkultur“ angenommen. Ein Jammer wäre es ja schon, wenn es die Rheinpfalz nicht mehr gäbe.
Leicht ist es mit einer Kneipe heute ja nicht mehr so leicht: hohe Preise, wenig Personal, sozial media etc. machen es den Gastronomen schwer…
Dennoch, wir wollen der Klage keinen Raum geben, Hauptsache ist doch: unsere Gäste, die Künstler und das Rheinpfalz-Team fühlen sich wohl. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, in einem wohlwollenden Miteinander den Stürmen zu trotzen. Manchmal fühlen wir uns leicht aus der Zeit gefallen, das macht aber nichts.
Eigentlich ist alles (oder Vieles) beim Alten:
An Wochenenden gibt es häufig noch immer Musik vom Feinsten: Jazz, Blues, Rock etc.
Die Einrichtung wurde nur da renoviert, wo es sein musste.
Nach einem gelungenen Solo ertönt - wie schon früher - die Glocke, allerdings nicht als Aufforderung für eine Freirunde, vielmehr aber als Wertschätzung für die Musiker. Diese Tradition lebt bis heute weiter …
Was ist neu?
Die Küche ist vielseitig und wird von den Gästen sehr gelobt. Besonders unsere Küchenmeisterin Sylvia hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Alles wird frisch zubereitet, was in diesen Zeiten schon eine Besonderheit ist. Mittlerweile hat sich das Küchen-Team um weitere Kochtalente erweitert. Auch Schüler schnuppern öfters bei uns - schön, wenn auch junge Leute das Kochen für sich entdecken (als Gegenentwurf zum Macci oder Pizzadienst).
Sollte wirklich einmal eine Beschwerde angebracht sein, bitte unbedingt beim Service beanstanden. Nur durch konstruktive Kritik kann man aus Fehlern lernen, wir sind ja alle nur Menschen.
Eine neue Musik-Anlage versorgt uns mit vielseitiger Musik im Hintergrund, aber nicht zu laut, damit man sich entspannt unterhalten kann.
Über viele Jahre hinweg hat sich in der Rheinpfalz ein wohlwollendes Klima entwickelt, viele kennen sich, aber auch seltene oder fremde Gäste fühlen sich schnell daheim.
Es darf gedacht und gelacht werden, aber auch ein schweigender Gast kann am Tresen seine Gedanken schweifen lassen.
Wenn es irgendwann schon lange dunkel ist, denkt so mancher Gast - damals wie heute - nachdem er in der Dunkelheit verschwunden ist:
„Ja, wo gibts denn sowoas noo – a sau-coola move“. (Resel, Gast, Februar 2026)
Chronik
Vor fast 50 Jahren übernahm Hensel Karp das Lokal – genannt „die Kneipe“. Am 1. Sept. 2021 war das halbe Jahrhundert voll und es gab ein ein großes Jubiläumsfest mit diversen Live-Bands etc. Im Herbst 2023 gab es wieder einen großen Geburtstag … dazu aber später.
Zurück zu Hans, den alle einfach „Hensel“ nennen. Die unverwandte Mimik des Hausherrn erinnerte bisweilen an den typisch bayerischen Grandler: Dennoch, seine stoische Art führte beim Besucher zu einer sofortigen Entschleunigung vom Alltag: Sitzen, schauen, die Gedanken schweifen.
Nur manchmal huschte ein Schmunzeln über Hensels Gesicht, besonders dann, wenn ein Thekengast einen Scherz losließ – aber es musste schon ein guter sein. Je nach Stimmung ließ er sich auch auf ein belangloses Gespräch ein – mit wem auch immer – vielleicht über Musik oder Politik. Das konnte mit Schopenhauer enden, oder aber auch mit dem totalen Nonsens. Vielleicht setzte sich jemand unvermittelt an’s Klavier (das es heute leider nicht mehr gibt!), dieses war zwar meist verstimmt, aber wirklich nur ein bisschen.
Am Samstag (meist auch Freitag) gab es auch damals schon Live Musik vom Feinsten: Jazz, Blues, Rock, aber auch Kabarett. Die Events wurden und werden bis heute von dem herausragenden Trompeter Peter Tuscher und der unsäglichen Resel organisiert.
Nach einem gelungenen Solo läutete Hensel die Glocke, allerdings nicht als Aufforderung für eine Freirunde: Vielmehr als Wertschätzung für die Musiker. Diese Tradition lebt bis heute weiter …
Barbara (später dann: Sylvia, Elfriede und Mireya) navigierten die „Kombüse“ alleine und zu zweit mit sicherer Hand. Mittlerweile hat sich das Team um andere Küchentalente erweitert.
Rückschau
50 Jahre Hänsel und die Rheinpfalz - vier großartige Tage
Nachlese Jubiläumsfeier: 50 Jahre Hänsel (vom 1. Sept. 1971 – 1.Sept. 2021)
Lieber Hänsel, wir alle danken Dir für die schönen Stunden in der Rheinpfalz!!!
Liebe Stammgäste, Freunde, Künstler und Weggefährten,
Bis man schaut sind 50 Jahre vorbei. So lange ist Hans Karp - genannt Hänsel oder Hensel - Wirt der legendären Schwabinger Kneipe „Die Rheinpfalz“ (genau gesagt, seit 1. Sept. 1971). Aus diesem Anlass wurde in der Rheinpfalz ausgiebig gefeiert und auf die gemeinsame Zeit angestoßen. Das Erstellen der Einladungskarten, die Suche nach verschollenen Gästen - z.B. dem Eisbach-Fritz oder dem Thai-Sepp - waren ein Sysyphos-Projekt. Ohne das Geschick von Luis am Computer hätte es die Einladungen in dieser Form bestimmt nicht gegeben.
Anfänglich hatten wir 20 Personen auf der Liste, mit der Zeit schwoll der Personenkreis weiter an, so dass ein einziger Abend plötzlich nicht mehr ausreichte. Hinzu kommt, dass Corona-bedingt nur jeweils 45 Gäste gleichzeitig im Gastraum anwesend sein durften. „Vielen Dank an Frau Kandler und Herrn Ostler vom KVR für Ihre geduldige Unterstützung.“
An dieser Stelle müssen wir leider eingestehen, dass im allgemeinen Planungs-Wirrwarr einige langjährige Stammgäste vergessen wurden, andere konnten wir wiederum nicht ausfindig machen. Die „unfreiwillig Zukurz-Gekommenen“ mögen gerne auf eine oder zwei Halbe Freibier vorbeikommen.
Zum großen Jubiläum kamen Nick Woodland, Ottfried Fischer, Herr Steinfatt von Paulaner, Luise Kinseher und viele alte Stammgäste, gleichwohl gereifte Persönlichkeiten.

